Die asphaltierte Straße verläuft schnurstracks wie mit dem Lineal gezogenen durch die eintönige Savanne. Kilometerweit sind kaum Spuren menschlicher Existenz zu sehen. Diese Trostlosigkeit scheint sich auf unseren schwarzen Fahrer Joseph auszuwirken. Zwar reduziert er nicht die Geschwindigkeit aber seine Augenlieder scheinen immer schwerer zu werden. Im Rückspiegel kann Peter nur noch das Weiß seiner Augen erkennen. Als sein Kopf zur Seite rollt und seine knallige orange Mütze abzufallen droht, entscheidet Peter einzugreifen. „Joseph“, sage er, „wenn du müde bist, sollten wir halten.“ Joseph erwidert aber selbstsicher: „Wenn ich die Augen schließe, bedeutet das nicht, dass ich schlafe.“
Aus dem Nichts taucht eine Raststätte auf. Es ist eine Touristenfalle. Wir halten an. Die Massai-Frauen, die friedlich im Schatten eines großen Baumes auf dem Boden saßen, springen beim Anblick der Beute sofort auf und rennen kreischend auf den Bus zu. Sie sind in die traditionellen rot karierten Decken gehüllt. Hie und da guckt eine schlaffe Brust hervor. Der Kopf ist kahlgeschoren und die Ohrläppchen mit den großen Löchern hängen herab. Wir sind umzingelt. Von allen Seiten werden uns Halsketten, farbige Perlengeflechte und der für die Savanne typische Muschelschmuck angeboten. „OK, OK, OK“, schreien alle gleichzeitig. „What is the price?“, will Anastasia wissen. „Only 2000 Shilling.“ Anastasia will aber nicht mehr als 1000 bieten. „OK, OK, OK, only 1500“, schallt der Massai-Weiber-Chor zurück. Peter werden Ketten in die Hände gedrückt und um den Hals gehängt. Er weiß gar nicht, von wem sie kommen. Die schwarzen, teils zahnlosen Gesichter sind ganz nah. „OK, OK, OK“. Peter ergreift die Flucht.
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