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Glühwurm 2010
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Wie Dichtung die Welt verändert Drucken
von Wolfgang Huber   
 (Auszug ) entnommen „Federlese", 1995
„Moderne Dichtung", klagte der radikale Poet, „ist nicht mehr als ein autoerotisches Verbaltonicum für Schreiber und Leser (Nebenwirkungen: Libidosublimierung, Über-Ich-Sedierung). Wenn Dichtung mehr sein, wenn sie die Welt verändern will, muß sie sich zuallererst selbst abschaffen."
Dann rahmte sich der radikale Dichter, der keiner mehr sein wollte, seine Spruchweisheit, die keine sein sollte, ein und hing sie über seinen Schreibtisch.
Als 20 Jahre später die Erschütterung der zehntausendsten U-Bahn-Fahrt Hauptbahnhof-Friedensplatz den Nagel aus der Wand und in den Lüftungsschacht des darunterstehenden Computers fallen ließ, verursachte dieser einen Kurzschluß in der CONFIG.SYS der Zentraleinheit, der sich über Ultra-Datex bis in die europaweite Energiezentrale fortpflanzte. Im nächsten Moment gingen in ganz Europa die Lichter aus.
 
Literaturkreis ERA e.V. 2007-2009