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von Siegfried Jahnke
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(Auszug) entnommen
„Federlese", 1999
An einem schönen Spätsommermorgen des
Jahres 1914 erreichte die oberste Heeresleitung eine Depesche folgenden
Inhaltes:
FEIND VERNICHTET BIS AUF DEN LETZTEN MANN.
Eine schreckliche Nachricht, die fast noch schrecklicher wurde durch den
verhaltenen Stolz, der in der knappen Aussage mitschwang.
Immerhin, der Feind wurde vernichtet bis
auf einen, der davongekommen war, bis auf den letzten Mann nämlich! Glücklich,
dem Gemetzel entronnen zu sein – so denken wir jedenfalls – wird sich
dieser letzte Mann in sein Privatleben zurückgezogen, Bienen oder Rosen
gezüchtet haben und dem schmutzigen Geschäft des Tötens auf Befehl für
immer entsagt haben.
Aber weit gefehlt, schon bald tauchte er wieder auf: in den Wirren der
russischen Revolution, im jahrelangen chinesisch-japanischen Krieg, im
zweiten Weltkrieg, im nahen Osten, im Kongo, im Irak, auf dem Balkan und
so weiter, und so weiter....
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