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>BernSteinBeißer< lautet der Titel des im Juli 2008 erschienenen neuen Buches der Ratinger Autorin Barbara Ming. Herausgeber: der Arachne-Verlag, Gelsenkirchen, der schon zuvor mit den >Kaffeesätzen< (Gedichte Barbara Ming, Kaffeefleckenbilder Roswitha Riebe-Beicht) ein Buch erstellte, das in die Liste der schönsten Bücher 2006 aufgenommen wurde. Auch diese zweite Herausgabe lässt wieder Ungewöhnliches erwarten. In 53 Satiren und Erzählminiaturen führt uns die Autorin in unterschiedlichste Welten, die gleich vor unserer Haustüre beginnen.
Arachne-Verlag, Gelsenkirchen ISBN-Nr. 978-3-932005-37-6 / 140 Seiten / 16,-- Euro
Ob es nun die imaginären Spaziergänge durch die eigene Heimatstadt sind, die Konsequenzen aus inkonsequenten Sprachreformen oder die Gedanken ihrer Protagonisten, die uns fremd und doch zugleich irgendwie vertraut sind, diese Geschichten lassen nicht unberührt. Oft finden sich die „Stoffe“ im Grotesken wieder und entlarven auf auf unprätentiöse Weise gesellschaftspolitische oder zwischenmenschliche Schräglagen. Wieder ist das Buch ungewöhnlich gemacht, sei es Format oder Schriftbild. Für die Titelseite gab die Fotografin Heinke Keller ihr Motiv „Paradies“. Und beim Aufklappen finden wir ein weiteres Motiv der Künstlerin Riebe-Beicht, das auf seine Weise in die Handlungen des Buches hineinwinkt. Und was sind eigentlich Bernsteinbeißer? Fische sind es jedenfalls nicht! Wer jemals Spaziergänger an Ostseestränden beobachtet hat, der weiß, was gemeint ist: Menschen, die sich bücken, etwas aufheben und darauf beißen. Bernstein oder nur Stein? Nachgiebig oder hart? Diesen „Beißetest“ überträgt die Autorin auf unterschiedliche Lebenssituationen. „BernSteinBeißer“ möchte ein Lesepublikum erreichen, das portioniert liest. Ein, zwei Geschichten am Abend, die man mit in die Nacht nimmt... ein, zwei Geschichten am Morgen, die vielleicht den Blick auf den Tag ein weneig mehr weiten, die neben- oder nachwirken sollen und neugierig machen. |